Ein Tag am «Packtisch» [2-5]

– Auf was Frau nicht verzichten kann und was Mann schon immer darüber wissen wollte

Im heutigen Beitrag gehen wir dem Mysterium Frauenhandtaschen auf den Grund, wir kämpfen uns durch angetrocknete Lippenstifte und zerfledderte Taschentücher. Doch neben Handtaschen haben einige Frauen noch andere schmutzige Geheimnisse, welche ich euch nicht vorenthalten möchte.

Das Mysterium Frauenhandtaschen

Selbst für mich als Frau, oder auch vielleicht gerade deswegen, sind für mich Handtaschen etwas vom spannendsten zum Auspacken. Man findet alles Mögliche darin, da in unserer treuen Begleiterin natürlich nichts fehlen darf und manchmal erkennt man sich eben auch selbst wieder. Ich zum Beispiel finde es sehr beruhigend, dass ich nicht die Einzige bin, die Kassenzettel welche ich eigentlich gar nicht brauche trotzdem in meine Handtasche stecke.

«Bin ich überhaupt eine richtige Frau, oder stimmt mit mir etwas nicht?»

In den meisten Taschen findet man mindestens einen Kosmetik oder Pflege Artikel, doch in manchen kommen gefühlt halbe Drogerien zum Vorschein. Ein Lippenstift reicht meist nicht, von hell Rosa bis Dunkelrot, für jeden Anlass ist die richtige Farbe zu finden. Es gibt Stifte und Puder für jede erdenkliche Gesichtspartie, bei den meistens weiss nicht einmal ich als Frau für was genau das sein soll. Manchmal kommt bei mir die Frage auf «Bin ich überhaupt eine richtige Frau, oder stimmt mit mir etwas nicht?». Mich überfordern diese ganzen Make-Up Artikel und in meiner Handtasche befinden sich ausser einer Handcreme und Lippenpomade keine Pflegeprodukte. Ich verspüre jedoch auch nicht den Drang, mein Make-up immer und überall auffrischen zu müssen, denn ein wenig Natürlichkeit schadet schliesslich nicht.

Foto Handtasche

Neben den ganzen Kosmetik- und Pflegeprodukten sind Esswaren ebenfalls sehr hoch im Kurs. In der ganzen Handtasche verteilte Kaugummis, angeknabberte Müsliriegel, Schokolade oder Obst (welches bei uns leider nicht mehr ganz so frisch ankommt), für den kleinen Hunger ist immer gesorgt. Wer auf alles vorbereitet sein will, ist natürlich auch medizinisch top ausgerüstet. Eine Packung Schmerzmittel ist für mich noch verständlich, gewisse Taschen jedoch sind besser bestückt wie mein gesamter Apothekenschrank Zuhause. Nicht unüblich ist auch Unterwäsche, von Socken über Strümpfe, Unterhosen und BHs ist alles zu finden – Frau will ja für alles vorbereitet sein!

Ich würde die Handtaschen, welche bei mir auf dem Tisch landen, grob in 3 Kategorien einteilen:

1. Die Perfekte
Alles hat seinen festen Platz! Hier wird nichts dem Zufall überlassen und während andere wahllos alles in der Tasche verstauen, wird bei ihr alles fein säuberlich sortiert. Was in den integrierten Fächern der Tasche keinen Platz mehr findet, wird in kleine Täschchen oder Necessaires sortiert. Bei ihr gibt es kein langes Gewühle, mit einem gezielten Griff findet sie genau was sie sucht.

2. Das schwarze Loch
Sie ist das völlige Gegenteil der Perfekten. Alles wird achtlos hineingeschmissen, nichts hat einen festen Platz und wenn was benötigt wird, ist erst einmal das grosse Suchen angesagt. Bei ihr verschwinden Gegenstände und werden meist erst wieder Tageslicht sehen, wenn die komplette Tasche geleert wird.

3. Die Minimalistische
Es befindet sich nur das absolut nötigste darin! Schlüssel, Handy, ein Pack Taschentücher und vielleicht noch einen Pack Kaugummi.

Schlüpfrige Überraschungen

Ausser Handtaschen gibt es noch sehr spezielle Taschen, was weniger am Gepäckstück selbst, sondern eher am Inhalt liegt. Ich vermute stark diese Frauen üben einen gewissen Beruf aus, oder haben einfach Freude daran, weshalb ich diese Taschen Spass Taschen nennen würde.

«Knappe Dessous, Spitzenunterwäsche und Netzstrümpfe»

Für gewöhnlich ist der Fall meistens schon kurz nach dem Öffnen klar, da einem kaum ist der Reissverschluss offen, knappe Dessous, Spitzenunterwäsche und Netzstrümpfe entgegenkommen. Wirklich spannend wird es dann erst, wenn etwas weiter unten das «Spielzeug» zum Vorschein kommt, vor allem wenn man ohne Handschuhe am Auspacken ist und plötzlich Liebeskugeln in den blossen Händen hält. Manchmal frage ich mich schon was das genau für Geräte sind, wo diese schon überall waren, möchte ich aber lieber nicht wissen…

Ausser ein Paar Pflegeprodukten, Schmuck und Absatzschuhen findet man meistens nicht mehr viel in diesen Taschen, höchstens noch haufenweise Kondome in allen Farben und Grössen.

Der Wolf im Schafspelz

Es ist immer eine kleine Freude, wenn ich auf der Palette eine Plastiktüte eines anderen Geschäfts erblicke, denn das heisst meist neue Ware! Ein wenig Freude kommt da schon auf, vor allem wenn man zuvor den halben Tag bloss schmutzige Wäsche ausgepackt hat. Schon voller Vorfreude hebe ich das Objekt der Begierde auf den Tisch, öffne es und sehe (Trommelwirbel) noch mehr dreckige Wäsche!

Der Grossteil an Plastik und Papiertaschen sind leider mehr Schein als Sein und bergen nicht etwa neu gekaufte Ware, sondern getragene Kleidung, defekte Elektronikgeräte oder schmutziges Geschirr. Was für eine Enttäuschung! Doch wie soll man solche Dinge auch sonst transportieren?

Manchmal sieht es schon fast danach aus, als würden gewisse Leute solche Taschen als eine Art Handtaschen benutzen. Wieso auch nicht? Es ist günstig und man hat immer eine grosse Auswahl. Seit mir das aufgefallen ist, beobachte ich oft die anderen Leute an der Bahnhofstrasse, während ich auf mein Tram warte und frage mich ist da wirklich leckere Schokolade in der edlen Sprüngli Tasche oder wird da bloss schwitzige Sportbekleidung herumgetragen?

«Ihr habt noch nicht genug vom «Packtisch»? Im nächsten Beitrag sind die Männer dran!».


Ein Beitrag von Jasmin Hanschitz